fotografische Arbeiten von Studierenden der Hochschule der Künste Bremen Startseite
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Der Zeitraum des zweiten Weltkriegs bietet den spannendsten Hintergrund um dem Phänomen des militärischen Raums nachzugehen, da er für uns greifbar ist. Es gibt noch am ehesten Relikte davon. Es ist vor allem der Krieg, in dem sich die Befestigungsanlagen zu einem größenwahnsinnigen Projekt verdichtet haben und es ist der letzte große Krieg in Europa, sieht man von der Balkantragödie ab. Der Ausgang meiner fotografischen Suche ist die geschichtliche Analyse geopolitischer Gegebenheiten aus diesem Zeitraum. Den einst militärischen Raum beschreibe ich durch die Auswahl der Orte, die den Umfang des militärischen EInflusses der Wehrmacht in den Jahren 1939-1945 in Europa markieren. Ich beschränke die Auswahl auf Orte, in denen Bauten von militärischer Funktion errichtet wurden und auf wichtige Orte kriegerischer, raumaneignender Auseinandersetzung. Der Beobachtung der Gegenwart liegt also ein ortsbezogenes, historisches Raster zu Grunde. Die sich durchsetzende Vitalität der Natur und der dort lebenden Menschen, die unterschiedliche Umgangsformen mit dieser Nachhut stehen im Fokus meines Interesses. Das Aufgehen in der Landschaft und deren Nachzeichnung, die gleichzeitige Dominanz dieser Landschaft bedingt das Sujet. Denn einerseits müssen die Stützpunkte eine Schutzfunktion haben, andererseits sollen sie offensichtlich ein Zeichen sein für die Besetzung der Landschaft, eine Grenzziehung, die eindrucksvoll sein muss. Der militärische Raum scheint fast paradigmatisch für das menschliche Verständnis von Raum allgemein zu stehen, als eine festgelegte Einheit mit klaren Begrenzungen. Die Naturwissenissenschaften, Philosophie, die Raumtheorie vieler Disziplinen, auch der Kunst, haben dieses Verständnis von Raum längst als irreal erklärtt. Dennoch können die wenigsten davon abstrahieren und es scheint bezeichnend, dass der militärische Raum dieses Raumverständnis nicht nur bestätigt, sondern sogar als Grundbedingung braucht. Er ist ein wesentlicher Teil unserer Gesellschaft.
 
   
 

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